top of page

Probieren geht über studieren

  • Autorenbild: Benjamin Liebsch
    Benjamin Liebsch
  • 4. Sept. 2018
  • 3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 21. Sept. 2018


"Ich sag Ihnen ganz ehrlich, Sie müssen wissen, worauf Sie sich da einlassen. Das wird nicht einfach... Sie werden mit jungen Leuten zusammen in einer Klasse sitzen. Die reden ganz anders als Sie und verhalten sich auch ganz anders. Die machen Sachen, die sie nicht verstehen."

Ich bin 34 Jahre alt, habe zwei Kinder, eine Frau - und möchte Schreiner werden. Das Zitat oben stammt von einem sehr netten Beratungslehrer der örtlichen Berufsschule. Und wenn es weiter nichts ist, sollte das mit der Ausbildung mit Mitte Dreißig doch klappen...


Aber von Anfang an...


Vor ziemlich genau acht Jahren habe ich mein Studium in Politikmanagement, Public Policy und Öffentliche Verwaltung abgeschlossen. Ja genau - nicht einmal mein Mastertitel konnte oder wollte sich darauf festlegen, was für einen Abschluss ich da eigentlich genau in der Tasche hatte. Entsprechend schwer fiel es mir, Fragen nach meiner "Ausbildung" zu beantworten. Für Leute mit einen klaren Karriereziel vor Augen mag das kein Problem sein - aber mir hat das stets Schwierigkeiten bereitet.


Die nächsten acht Jahre verliefen beruflich und grob zusammengefasst etwa so: Nach Abgabe der Masterarbeit flog ich nach Indien und arbeitete dort ein halbes Jahr als Englisch- und SoWi-Dozent. Eine tolle Zeit, mit fantastischen Eindrücken. Danach ging es weiter durch Südostasien wo ich mein Erspartes für noch mehr gute Zeit und mehr Erfahrungen ausgab. Dabei lernte ich auch meine wunderbare Frau kennen, die mich bis heute begleitet. Ab Singapur reisten wir zusammen und einige Zeit später arbeitete ich dann in Peking, wieder als Englischlehrer, um weitere Reisestationen zu finanzieren.


Nach dem Ende der Reise, wir kamen Mitte 2012 zusammen zurück nach Deutschland, wusste ich dann immer noch nicht, was ich jetzt beruflich gesehen eigentlich war und entsprechend schwer fielen mir die Bewerbungen auf "Stellen aus meinem Bereich". Als Politikwissenschaftler ist man eben kein Bäcker, Maurer oder Schreiner. Man ist eher Generalist, trotz der persönlichen Schwerpunkte die man im Studium gelegt hat - ein Zustand der mich seither genervt hat.


Ich bewarb mich also auf verschiedene Stellen und versuchte dabei "mein Profil" zu bewahren bzw. entwickeln. Nach einem Zwischenjob als Kellner und Pressepraktikant landete ich dann als Trainee in einem Wirtschaftsverband. Da wusste ist schon nach drei Tagen, dass ich da nicht bleiben wollte. Aber einen Plan B hatte ich auch nicht. Zu schleppend war die Bewerbungsphase bisher gelaufen. 11 Monate später war ich arbeitslos. Der Vertrag war ausgelaufen und mein Selbstwert irgendwo zwischen Schuhsohle und Schnürsenkel.


Es folgte ein halbes Jahr vieler Bewerbungen und Absagen. Weil meine Frau und ich inzwischen auch unseren ersten Nachwuchs erwarteten, fing ich an, bei der Post zu arbeiten. Nun ist es so, dass wir im sehr mittelständisch geprägten Oberschwaben wohnen - und hier hier kann man mit geisteswissenschaftlichen Uni-Abschlüssen mal einfach gar keinen Blumentopf gewinnen. Irgendwann fand ich zwar dreieinhalb Jahre später eine Stelle als Sachbearbeiter. Aber ich fragte mich bei der Arbeit, wann ich als kleiner Junge eigentlich davon geträumt hatte, Rechnungen abzuzeichnen. Noch während der Probezeit wurde ich gekündigt. Und damit sind wir in der Gegenwart angekommen. 2018, 34 Jahre alt, zwei Kinder, eine Frau, kein Job.


Warum erzähle ich das so, in aller Ausführlichkeit? Weil ich ein Euch ein Gefühl davon vermitteln möchte, welchen Weg ich persönlich gehen musste, um mich endlich einmal zu trauen, ein Cut zu machen. Mich zu trauen, zu sagen - so wirst du nicht glücklich. Du musst einen neuen Weg ausprobieren, trotz aller Ängste, dass es der Falsche sein könnte. Wobei sich da die Frage stellt, woran man den Erfolg misst. Aber ich will hier nicht zu sehr ins Philosophische abdriften, denn die Frage muss sich letztlich auch jeder selbst beantworten.


Ein Traum den ich seit Jahren immer wieder hatte, war es Schreiner zu werden. Nun probiere ich diesen Weg also aus und möchte Euch, verehrte Leserinnen und Leser, an meiner Entwicklung teilhaben lassen.









Von Ihrem Dashboard aus bloggen

In Ihrem Dashboard haben Sie alles, was Sie benötigen, um Ihren Blog zu verwalten, an einem Ort. Sie können neue Beiträge erstellen, Kategorien festlegen und mehr. Um Ihr Dashboard zu öffnen, klicken Sie auf Verwalten und dann auf Blog > Beiträge.



Von Ihrer Website aus bloggen

Wussten Sie, dass Sie auch direkt von Ihrer veröffentlichten Website aus bloggen können? Nachdem Sie Ihre Website veröffentlicht haben, öffnen Sie die URL Ihrer Website und melden Sie sich mit Ihrem Wix-Konto an. Nun können Sie Beiträge verfassen und bearbeiten, Kommentare verwalten, Beiträge pinnen und vieles mehr. Klicken Sie einfach auf das Symbol mit 3 Punkten ( ⠇) und entdecken Sie, was Sie alles tun können.





 
 
 

Kommentare


Abonnement

Schreiner

Kontakt

88212 Ravensburg

+49 (0) 123 456 78

Angaben wurden erfolgreich versendet!

©2018 by papawirdschreiner. Proudly created with Wix.com

bottom of page